Millionen Menschen rund um den Globus bloggen. Und jede Sekunde kommen derzeit zwei neue Blogger hinzu. Inzwischen nutzen auch Unternehmen die Web-Logs, kurz Blog genannten Online-Tagebücher zur Markenkommunikation. Häufig jedoch nicht richtig. Das belegen zwei aktuelle Studien der Universität Saarland und der Northeastern University in Boston/Massachusetts, USA.
„Viele Corporate Blogs nutzen die Möglichkeiten, die dieses Medium bietet noch lange nicht aus“, so das Fazit einer Diplomarbeit im Fach Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität Saarland. Für die Studie analysierte Timo Reichert im Sommer 2006 21 verschiedene US-amerikanische Corporate Blogs (CEO-Blogs) mithilfe der von Prof. Professor Dr. Christian Scholz entwickelten CUBE-Formel. C.U.B.E. steht als Abkürzung für die vier Faktoren Content, Usability, Branding und Emotion. Wobei Content den Inhalt des Blogs prüft, Usability die Benutzerfreundlichkeit, das Branding die unternehmensspezifische Einmaligkeit und Emotion die emotionale Wirkung.
Insgesamt ermittelt Reichert bei den meisten Corporate Blogs in allen Kategorien Handlungsbedarf:
Die Studie ermittelt auch Beispiele, die Vorbildcharakter haben: In der Gesamtwertung belegten das CEO Blog von Jason Goldberg
und die Unternehmens-Blogs von Brian Carrol
und von John Patrick
die ersten drei Plätze. Die Kriterien eines guten Web-Logs erfüllte laut Studie in hohem Maße auch das deutsche Mitarbeiterblog der Firma Frosta
Kultur, Transparenz, Zeit, Dialog und unterhaltender Stil, das sind fünf weitere Erfolgsmaximen von Corporate Blogs. Dies ist das Ergebnis einer Befragung von 20 Corporate Bloggern aus US-amerikanischen Großunternehmen für die Studie „Blogging Success“ der Northeastern University. „Unternehmen sollten diese Faktoren sorgfältig bedenken, bevor sie sich zum Blog entscheiden“, raten die Autoren Dr. Walter Carl und John Cass.
Fazit: Strategisch richtig genutzt, können Corporate Blogs ein wichtiges Kommunikationsinstrument zur Kunden- oder Mitarbeiterbindung und sogar ein Ideenpool zur Optimierung von Produkten sein. Die Schnelligkeit des Mediums ermöglicht eine aktuelle Wissensvermittlung und in Krisen eine prompte Reaktionsmöglichkeit. Selbst wenn ein Unternehmen sich gegen ein Blog entscheidet, sollte es die Blogosphäre im Auge behalten – als Stimmungsmesser und um notfalls schnell auf Äußerungen zu eigenen Produkten zu reagieren. Letztlich ist Transparenz die Grundlage jeglicher Glaubwürdigkeit von Blogs: Nach hinten los ging der Schuss beim Klingeltonvertreiber Jamba. Dessen Mitarbeiter priesen in anonymen Postings ihre Produkte in einschlägigen Blogs und flogen damit auf.