In der englischsprachigen Diskussion wird seit längerem nicht mehr das Für und Wider von Social Media in der B2B-Kommunikation erörtert, da Einigkeit herrscht, dass hieran kein Weg vorbeiführt. In den USA werden Social Media von B2B-Unternehmen sogar stärker genutzt als von B2C-Unternehmen (eMarketer 2009). Die Untersuchung „Mehr Wert schaffen: Social Media in der B2B-Kommunikation“ kommt zu folgenden Ergebnissen:
- Speziell in der B2B-Kommunikation ist es empfehlenswert, im Rahmen der übergreifenden Marken- und Kommunikations-strategie zunächst über einen Einsatz von Social Media in der internen Kommunikation, im Employer Branding/Recruiting und der Kundenkommunikation nachzudenken. Wichtige Bausteine dazu: Eine Strategie, Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter und Mehrwert für die Stakeholder.
- Besonders die Fachkommunikation in Social Media scheint für B2B-Unternehmen aussichtsreich zu sein. Befragungen zeigen, dass für B2B-Entscheider Social Media (also z.B. Fachblogs) zur Informationsgewinnung genauso wichtig sind wie Fachzeitschriften. Wer es schafft, hier Branchen- und Fachthemen gut aufzubereiten, kann seine Expertise beweisen und so Teil eines Beziehungsnetzwerkes werden, das Image und hochwertige Kontakte generiert.
- Wichtig ist dabei aber, dass es nicht anonyme Unternehmen oder Marken sind, sondern Personen, die kommunizieren. Es geht also auch um Personalisierung und eine offene Unternehmenskultur.
Eins bestätigt die Studie: Eine kreative und effiziente Nutzung des Webs in der Interaktion mit Zielgruppen ist weniger eine Frage der Branche, sondern vielmehr Ausdruck einer offenen Unternehmenskultur – offen mit Blick auf Kunden, Partner, Mitarbeiter und potenzielle Mitarbeiter.
Zugespitzt: Ein Unternehmen, in dem von oben nach unten durchregiert wird und in dem Mitarbeiter sich nicht trauen (dürfen), ihre Meinung zu sagen, kann nach außen nicht glaubwürdig im Social Web agieren. Denn glaubhaft und erfolgreich wird die Unternehmenskommunikation dort nämlich erst, wenn nicht nur das Unternehmen als solches, sondern die Menschen dahinter mit ihren Zielgruppen kommunizieren.