Die neue IBM-Studie "Making Change Work" hat Strategien zur Verbesserung der Projektergebnisse bei Transformationen identifiziert. Denn für das Überleben, nicht nur in Krisenzeiten, ist die Fähigkeit von Unternehmen, Wandel zu organisieren und erfolgreich umzusetzen, erheblich zu verbessern. Dies ist allein deshalb wichtiger denn je, da Tempo, Folge und Verbreitung von Wandlungsprozessen in den Märkten weiter zunehmen werden.
Der Anteil der CEOs, die erhebliche Änderungen in ihrem Umfeld erwarten, stieg von 65 Prozent im Jahr 2006 auf 83 Prozent in 2008. Zugleich hat sich ihre Unsicherheit, diese Änderungen erfolgreich im eigenen Unternehmen durch Change Management nutzen zu können, verdreifacht. Bei den Change Champions unter den Unternehmen beträgt dieser Anteil jedoch nur die Hälfte. Die meisten CEOs sehen selbstkritisch, dass sie Transformationen nicht erfolgreich umsetzen - zumindest im Vergleich zu den anvisierten Zielen und Ergebnissen.
Was ist also zu tun, um diese Situation zu ändern? Zusammenfassend sind vier Aspekte entscheidend - in der Studie werden diese als "Change Diamond" bezeichnet:
Zunächst gilt es, die Herauforderungen und mögliche Auswirkungen richtig einzuschätzen und die Fähigkeit des eigenen Unternehmens zu erkennen, ob es diese kommenden Herausforderungen bewältigen kann. Meist wird letzteres zu positiv eingeschätzt - was aber meist erst festgestellt wird, wenn der Wandel nicht funktioniert, "das Kind in den Brunnen gefallen ist". Das Gegensteuern geschieht, so die Analyse von IBM, zu spät und zwangsläufig wenig erfolgreich.
Ohne systematisches und ergebnisorientiertes Vorgehen im Change Management sinken die Erfolgschancen signifikant. Dazu gehört ein straffes Projekt Management genauso wie eine passende Change Communication: warum der Wandel und mit welchem Ziel, nicht nur betriebswirtschaftlich? Unternehmen, die diese Fragen beantworten und die Methoden fest im Unternehmen installiert haben - unabhängig von akutem Druck zum Wandel - managen Transformationen deutlich schneller und erfolgreicher.
Ohne Top Management Sponsorship werden die notwendigen Ressourcen nicht bereit gestellt - quantitativ und qualitativ. Direkte Reportinglinien, spezielle Change Manager und die Nutzung der Mitarbeiterkompetenzen erhöhen die Erfolgschancen signifikant. Diese Kompetenzen müssen je nach Situation und Bedarf strukturiert werden und können sich sogar im Verlauf eines Projekts ändern.
Change Management braucht auch entsprechende Investitionen. Meist wird an der falschen Stelle gespart, da der direkte Effekt im Change Management & Communication viel geringer ist als die mittelbaren Auswirkungen, z.B. bessere Leistungen zu bringen, schneller Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln und erfolgreich an den Markt zu bringen. Insofern ist immer genau zu prüfen, welche Investitionen in das Change Management die wichtigsten Fähigkeiten in Unternehmen am besten fördern.
Fazit:
Die Vernachlässigung auch nur eines Bereichs kann den Gesamterfolg behindern: Ohne richtige Analyse gehen die Maßnahmen in die falsche Richtung und ohne passende Investitionen nützt die beste Analyse nichts. Praktische Erfahrungen im Change Management der erfolgreichen Unternehmen belegen, dass der integrierte, systematische Ansatz der vier "Change Diamonds" fast immer zum Erfolg führt. Diese zu kombinieren bedeutet für Unternehmen "Making Change Work".