Als universelles Medium nimmt das Internet nicht nur in der Mediennutzung, sondern auch im Lebensalltag der Menschen eine immer zentralere Stellung ein. Insofern ist es, je nach Branche, auch al Verkaufskanal etabliert. Dieser Kanal ist trotz der weltweiten Wirtschaftskrise auch 2009 stabil geblieben. Den nachhaltig positiven Umsatzerwartungen entspricht auch die Bedeutung der digitalen Markenführung. Dazu hat der Bundesverband Digitale Wirtschaft Entscheider aus Unternehmen befragt, welche Themen in Zukunft eine Rolle für die Markenführung und die Markenkommunikation spielen.
Als wichtige Trendthemen für das laufende Jahr sehen die Umfrageteilnehmer Social Media und mobile Anwendungen. Für 2010 gegenüber dem Vorjahr haben diese Themen eine besondere (49,1 Prozent) beziehungsweise sogar die wichtigste Rolle (29.5 Prozent). Zugleich rechnen die Befragten mit einem Anstieg der Budgets für Online-Werbung und höheren Investitionen zum Auf- und Ausbau von Online-Geschäftsmodellen. Treiber hierfür sind unter anderem das mobile Internet die zunehmende Bedeutung der Social Media, aufmerksamkeitsstarke Bewegtbildwerbung sowie insgesamt die höhere Gewichtung der digitalen Markenführung.
Weitreichende Veränderungen für die gesamte Wertschöpfungskette sind absehbar, insbesondere die Kommunikation und Interaktion zwischen Wirtschaft und Verbrauchern, wie die Studie resümiert.
Damit sind Risiken aber auch erhebliche Chancen verbunden, die sich plötzlich bieten. Social Media schafft seit kurzem die Möglichkeit, Trendthemen und auch konkreten Bedarf seiner Zielgruppe ohne großen Aufwand zu entdecken. Ein Beispiel hierfür ist American Airlines, die über Facebook Unterkapazitäten bei Flugverbindungen anlässlich von Großveranstaltungen feststellen und durch eine flexible Einsatzplanung den Bedarf durch zusätzlich Verbindungen erfüllen konnte. Channel Communication im relevanten sozialen Netzwerk ermöglichte mit minimalem Aufwand zusätzliche Erträge.
Imme deutlicher wird, dass Markenkommunikation in den neuen Kommunikations- und Vertriebskanälen noch relevanter sein muss, noch spitzer die Motive der Kunden ansprechen muss als in der analogen Welt. Zugleich ist es aber einfacher als bisher, diese Interessen zu ermitteln, da die Zielgruppen ja offen über ihr Bedürfnisse berichten. Die Kür ist, akzeptierter Teil der Communities zu werden. Offenheit, Engagement, wirkliches nicht nur vertriebliches Interesse an den Bedürfnissen ist dazu Grundvoraussetzung, genauso wie entsprechende personelle Kapazitäten für die ständige Beteiligung am Dialog.
Dadurch ergeben sich erhebliche Auswirkungen auf die Kommunikationsstrategien und –architekturen von Unternehmen, um Kunden Auge-in-Auge zu begegnen. Auch die Steuerung der Marken wird erheblich von den Kunden beeinflusst und ihren Meinungen. Gerade vermeintlich alte Markenattribute, wie Qualität und Zuverlässigkeit, spielen dadurch eine größere Rolle. Denn besonders Social Media verstärkt die uralte Mund-zu-Mund Propaganda: erstens durch die kommunikative Kompetenz der Kunden, jederzeit jeden überall erreichen zu können, und zweitens durch die Vielfalt an Kommunikations- und Vertriebskanälen, in denen nur die nachhaltig stärksten und authentischen Botschaften durchdringen können.